Bericht: Kostenlose Medical Camps 2025
Im Juni und Juli 2025 organisierten wir erneut unsere jährlichen kostenlosen Medical Camps in Ladakh, Nord-Indien. Die Leitung übernahm wie gewohnt Heilpraktiker und buddhistischer Mönch Cedric Bascle (Thich Hue Nghi). Über einen Zeitraum von fünf Wochen boten Hue Nghi und seine Assistentin Marina Borell kostenfreie Anamnesegespräche, Akupunktur- und Moxibustionsbehandlungen, Unfallversorgung, Blutzuckertests sowie Ernährungs- und Gesundheitsberatungen an. Auch in diesem Jahr stellte die Doc Save GmbH großzügig alles nötige Akupunkturmaterial zur Verfügung. Alle weiteren Kosten der Medical Camps wurden wie auch in den vorherigen Jahren durch die Unterstützung von Spenderinnen und Spendern gedeckt. Weiter unten folgen nun:
- Überblick in Zahlen
- Veränderte Rahmenbedingungen 2025
- Überblick zu den Standorten
- Fotos
Überblick in Zahlen
- An 3 Standorten wurde kostenlose Gesundheitshilfe geleistet.
- Die Medical Camps fanden dieses Jahr an insgesamt 25 Tagen statt.
- Durchschnittlich wurde täglich 8 Stunden Gesundheitshilfe geleistet.
- Die Behandlungen wurden alle von Heilpraktiker und Mönch Thich Hue Nghi (Cedric
- Bascle) durchgeführt. Als Assistentin unterstützte ihn erneut Marina Borell.
- Es wurden ca. 750 Patient:innen mit den oben genannten Leistungen versorgt.
- Insgesamt halfen dieses Jahr in etwa 10 lokale ehrenamtliche Helfer:innen bei der Organisation, Durchführung und beim Übersetzen während der Behandlungen und Patientengespräche.
Veränderte Rahmenbedingungen 2025
Ladakh befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Seit der Aufhebung des besonderen autonomen Status Ladakhs durch die Regierung Indiens, der den Bewohnerinnen und Bewohnern bislang besondere Rechte in Bezug auf Land, Kultur und Eigentum gewährte, hat sich das soziale und wirtschaftliche Gefüge der Region insbesondere innerhalb der letzten ein bis zwei Jahre radikal gewandelt: traditionelle Strukturen lösen sich spürbar auf; Landrechte, Besitzverhältnisse und Entscheidungsräume werden zunehmend von außen beeinflusst; natürliche Ressourcen werden in immer höherem Maße ausgebeutet.
Das Resultat: Menschen sind in zunehmendem Maße über die Zukunft ihres Daseins besorgt, während gesellschaftliche Spannungen und Unzufriedenheit immer weiter anwachsen. Daraus gehen immer häufiger Großdemonstrationen hervor und führen manchmal auch zu Zusammenstößen mit der Polizei, Verletzten, Festnahmen und sogar zeitweisen Internetblockaden — Phänomene, die für das eigentlich äußerst ruhige und zurückhaltende Ladakh äußerst ungewöhnlich sind.
Diese Entwicklungen blieben nicht ohne Auswirkungen auf unsere Arbeit vor Ort. Was in früheren Jahren noch in enger Zusammenarbeit mit den Gemeindezentren möglich war – das Organisieren von Medical Camps in entlegenen Dörfern, unterstützt von freiwilligen Helfer:innen – ist in dieser Form kaum noch realisierbar. Der Gemeinschaftsgeist, auf dem unsere Arbeit vor Ort lange beruhte, ist mittlerweile äußerst schwach — und wird oft nur noch durch die ältere Generation aufrecht gehalten.
Aufgrund dieser Entwicklungen sahen wir uns in diesem Jahr dazu gezwungen unser Konzept grundlegend anzupassen: Anstatt viele kleinere Camps — auch in abgelegenen Regionen — zu organisieren, konzentrierten wir uns 2025 auf drei größere Orte im Großraum Leh, die auch für Menschen aus entfernteren Dörfern erreichbar waren. Diese Entscheidung war eine Reaktion auf die Realität vor Ort – auf den Mangel an lokaler Unterstützung, auf die zunehmende organisatorische Belastung und die wachsende Instabilität in der Region.
Diese Änderungen ermöglichten uns, mit den Patienten auf eine neue Art und Weise arbeiten zu können: Wo wir in den vergangenen Jahren vor allem darauf bedacht waren, an den vielen kurzen Medical Camp Standorten möglichst viele Patienten in der zur Verfügung stehenden Zeit zu behandeln, konnten wir uns nun an jedem der drei Standorte viel mehr Zeit für die Patient:innen nehmen. Das Mehr an Zeit, welches wir für die einzelnen Patient:innen aufbrachten, führte natürlich dazu, dass wir im Vergleich zu den Vorjahren dieses Jahr insgesamt etwas weniger Patient:innen insgesamt behandeln konnten. Als positiven Nebeneffekt unserer nun längeren Medical Camp Aufenthalte pro Standort waren den Patient:innen dieses Jahr viel mehr Mehrfachbehandlungen möglich, die an aufeinanderfolgenden Tagen erhalten werden konnten — wodurch die Wirkung der Akupunktur- und Moxabehandlungen effektiver greifen konnte.
Standort-Überblick 2025
Nimoo – In Nimoo boten wir an zwei Standorten Behandlungen an: Zu Beginn unserer Reise in der alten Gemeindehalle Nimoos sowie am Ende unserer diesjährigen Reise in einem neu errichteten Gemeindezentrum am Ortsrand.
Basgo – Ein vertrauter Ort, an dem wir das altbekannte Gemeindehaus als Behandlungsort benutzen durften.
Leh, Stadtteil Skara – Ein neuer Medical Camp Standort. Hier leben viele Menschen unter prekären Bedingungen, oftmals ohne Zugang zu medizinischer Versorgung.
Fotogalerie: Medical Camps 2025
Weitere Informationen zu den Medical Camps 2025
Doc Save GmbH ist Sponsor unserer kostenfreien Medical Camps 2025
Doc Save GmbH, ein Fachhandel für Akupunktur- und Physiobedarf, ist in diesem Jahr Material-Sponsor der kostenlosen Medical Camps. Sie stellen alle notwendigen Akupunktur-Materialien für die Camps zur Verfügung. Hue Nghi, der Hauptorganisator der Camps, bedankt sich herzlich für die Unterstützung, die es ermöglicht, vielen bedürftigen Menschen in Ladakh zu helfen.
Über unseren Koordinator für Medical Camps in Leh und Umgebung
Hauptkoordinator unserer Medical Camps vor Ort in und in der Nähe der Hauptstadt Leh war zum wiederholten Male unser guter Freund Phuntsok. Phuntsok war früher im wohltätigen Krankenhaus “Heart Foundation” aktiv - hier vor allem im regionalen Blutspendedienst. Heute ist er ein äußerst engagierter Sozialarbeiter und Präsident der örtlichen Wohltätigkeitsorganisation "25 Friends of Basgo". Im Großraum Leh ist er bekannt für seine schnelle und selbstlose Hilfe - vor allem in besonderen Notsituationen wie Naturkatastrophen und Unfällen. Wann immer er von einem Unfall oder einer Notsituation erfährt, tut er alles in seiner Macht stehende, um direkt vor Ort mit anzupacken. Oft ist er einer der Ersten, der sich bei Notsituationen vor Ort helfend und organisierend einbringt - so auch beim tragischen Ertrinken eines Jugendlichen im Indusfluss in Shey diesen Sommer. Wir sind der kontinuierlichen Unterstützung und Hilfe Phuntsoks äußerst dankbar.